Ratgeber Lexikon

Schutz vor Falschberatung durch Banken

Hintergrund

Viele Sparer und Anleger haben in der Finanzkrise mit ihren Geldanlagen große Verluste eingefahren, zum Teil allein deswegen, weil sie von den Beratern in den Banken falsch beraten worden sind. Um dem vorzubeugen und die Anleger zu schützen verpflichtet das neue Anlegerschutzgesetz die Banken, bei Beratungsgesprächen zu Anlageprodukten ein detailliertes Protokoll anzufertigen, das dem Anleger vor Abschluss eines Vertrages vorgelegt werden muss. Gleichzeitig wurde die Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche deutlich angehoben, sie endet jetzt nicht mehr schon nach drei, sondern erst nach zehn Jahren.

 

Was in den Protokollen stehen muss

Wer die Initiative für das Gespräch ergriffen hat, wie die Vermögensverhältnisse des Anlegers sind, was seine Anlagewünsche sind und wie die persönliche Situation ist. Ferner muss festgehalten werden, welches Risiko der Kunde bereit ist, einzugehen und wie lange das Beratungsgespräch gedauert hat. Die Banken müssen ihre Anlageempfehlung begründen. In Zukunft verjähren die Ansprüche auf Schadenersatz erst drei Jahre nach der Kenntnis von der Falschberatung und spätestens zehn Jahre nach dem der Vertrag abgeschlossen wurde.

Natürlich schützt ein vollständig ausgefülltes Beratungsprotokoll nicht vor falscher Beratung. Mit der Unterschrift auf diesem Protokoll bestätigen Anleger nicht nur die inhaltliche Korrektheit sondern auch, dass die Empfehlung des Beraters ihren Wünschen entspricht.

 

Das sollten Sie beherzigen

Überprüfen Sie, ob das Risikoprofil korrekt wiedergegeben wurde. Werden im Protokoll Zusatzangaben gemacht, die der Relativierung der Angaben dienen, müssen Sie davon ausgehen, dass Ihnen nur ein bestimmtes Produkt verkauft werden soll. So ein Protokoll sollten Sie nicht unterschreiben und bei dieser Bank keine weitere Beratung in Anspruch nehmen.

Erfragen Sie alle Kosten des Produktes und lassen Sie sich diese aufschreiben, unterschreiben Sie nichts, wenn Ihnen nicht alles klar ist. Sie sollten nur Geld in Produkte anlegen, deren Funktion und Wirkungsweise Sie verstehen und nachvollziehen können.

Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie sich bei verschiedenen Anbietern beraten, es ist Ihr Geld, um das es geht. Haben Sie berechtigte Zweifel, lassen Sie sich in einer unabhängigen Verbraucherzentrale beraten, in der das Beratungsprotokoll vorgelegt werden kann.