Ratgeber Lexikon

Private Krankenversicherung

Wahlmöglichkeiten in der Krankenversicherung
Die Krankenversicherung gehört in Deutschland zur Pflichtversicherung. Dabei kann der Bürger, wenn er bestimmte Kriterien erfüllt zwischen den Versicherungen frei wählen.
In einer Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können sich alle Bürger entweder freiwillig, oder pflichtversichern.
Die Private Krankenversicherung ist den Bürgern vorbehalten, die entweder keine Arbeitnehmer sind (Selbständige; Gewerbetreibende), oder über der Versicherungspflichtgrenze liegen. Nur wer als Arbeitnehmer drei Jahre über dieser Grenze liegt, darf eine Private Krankenversicherung wählen. Die Versicherungspflichtgrenze liegt z.Z. bei 4050 € brutto im Monat.
Zusätzlich zur GKV kann jeder Kassenpatient zusätzliche private Krankenzusatzversicherungen abschließen.

Unterschiede zwischen Gesetzlicher Krankenversicherung und Privater Krankenversicherung
In den GKV richten sich die Kassenleistungen nach einem einheitlichen Katalog, der in der Regel Basisversorgung mit teilweisen Zuzahlungen enthält. Was nicht im Leistungskatalog aufgenommen wurde, wird nicht bezahlt.
Der Krankenversicherungsbeitrag wird prozentual vom Bruttoeinkommen erhoben, wobei der Arbeitgeber ca. 50% vom Beitrag übernimmt. Bei finanziellen Problemen dürfen die GKV beitragsunabhängige Zusatzbeiträge erheben. Familienmitglieder mit geringen, oder ohne Einkommen und Kinder können in den GKV über den Hauptverdiener beitragsfrei mit versichert werden.
In jeder Privaten Krankenversicherung bestimmt der Versicherungsnehmer selbst, welche Leistungen er versichern möchte. Von der Basisversorgung mit Zuzahlungen, bis zu Sonderbehandlungen, alternativen Behandlungsmethoden mit und ohne Zuzahlungen ist hier alles möglich. Das Leistungsspektrum jeder PKV ist wesentlich umfangreicher als in den GKV.
Der Versicherungsbeitrag wird unabhängig vom Einkommen erhoben. Er richtet sich nach den gewünschten Versicherungsleistungen, dem Eintrittsalter beim Vertragsabschluss, eventuell bestehenden gesundheitlichen Problemen und den Versicherungsbedingungen der Anbieter.
Eine beitragsfreie Mitversicherung gibt es hier nicht.

Wechsel zwischen den Krankenversicherungen

Innerhalb der PKV ist in Wechsel bis 55 Jahre theoretisch bei Einhaltung der Kündigungsfrist immer möglich. In der Praxis wird die einmal gewählte Private Krankenversicherung kaum gewechselt, weil jeder Wechsel schon durch das neue höhere Eintrittsalter und eventuelle bestehende gesundheitliche Probleme einen höheren Beitrag bedeuten würde.
Ein Wechsel von der PKV zur GKV ist auch bis 55 Jahre kaum möglich. Bei finanziellen Problemen muss der Versicherungsnehmer in einen Basistarif der PKV wechseln, wo er ähnliche Leistungen, wie in den GKV erhält.