Ratgeber Lexikon

Inflation und ihre Auswirkungen

Unter der Inflation versteht man das stetig Ansteigen von Preisen, wodurch sich auch die in Umlauf befindliche Geldmenge. Das Verhältnis von Geld und Waren verändert sich dabei zu Lasten des Geldes, welches an sich gesehen weniger Wert ist.

 

Die Arten der Inflation

Die Inflation kann grundsätzlich in zwei verschiedene Arten unterschieden werden.
So gibt es zum einen die Kostendruckinflation, bei der die Preise vornehmlich aufgrund der steigenden Produktions- oder Rohstoffkosten ansteigen. Somit steigen die Preise für die produzierten Waren an, was auch zu einer Preissteigerung bei den damit verbundenen Dienstleistungen führt. Die Kostendruckinflation kann jedoch nur dann erfolgen, wenn die Verbraucher auch ausreichend Geld zur Bezahlung der Waren zur Verfügung haben, die Zentralbank also zuvor oder gleichzeitig die Geldmenge erhöht.

Die Kostendruckinflation ist in den letzten Jahren vor allem im Bereich der Nahrungsmittelindustrie zu beobachten.
Eine weitere Form der Inflation ist die Nachfragesoginflation. Diese Inflation entsteht dann, wenn die Nachfrage nach bestimmten Produkten deren Angebot weit übersteigt. Somit bewirkt die Nachfragesoginflation einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage, denn in der Regel sinkt die Nachfrage mit steigenden Preisen.

 

Die Messung der Inflation

Die Inflation wird anhand eines vorher festgelegten Preisindex gemessen. Dazu wird ein Warenkorb zusammengestellt, dessen Preise in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Der Warenkorb enthält dabei nicht nur Lebensmittel, sondern alle Artikel des täglichen Bedarfs sowie Autos, Waschmaschinen und die Rohstoffpreise. Die Preise aller Waren werden in regelmäßigen Abständen ermittelt und zusammengerechnet. Hieraus ergibt sich schließlich die Preisentwicklung, welche prozentual umgerechnet wird. Die hierbei ermittelte Prozentzahl gibt die aktuelle Inflation wider.

 

Die Inflation in Deutschland

Die Inflation hat sich in Deutschland in Abhängigkeit verschiedener Faktoren, wie etwa der Konjunktur oder des allgemeinen Zinsniveaus, sehr unterschiedlich entwickelt. Lag die Inflationsrate zu Beginn der 1990er Jahre noch bei etwa 5%, liegt sie seit 1998 relativ stabil zwischen 1-2%. Dies ist auch das Ziel der Europäischen Zentralbank, die durch die Veränderung ihres Leitzinses stets versucht, die Inflation im Euroraum nahezu konstant zu halten. Die angestrebte Preisniveaustabilität wird dabei bei einer Inflation von etwa 2% erreicht.

Lag die Inflation im Sommer 2008 zeitweise bei mehr als 3%, ist sie in Folge der Wirtschaftskrise wieder stark gesunken. Nicht nur, dass seit Jahresanfang 2009 die Rohstoffpreise und damit die Kosten für Benzin und Heizwärme stark sinken, auch die Preise für Lebensmittel sind seit Beginn des Jahres stark gesunken. Somit ergab die Inflationsermittlung im März 2009 gegenüber dem März 2008 eine Inflation von nur noch 0,5%.

Was Verbraucher freut, stimmt Wirtschaftsexperten pessimistisch, denn sie gehen von einer Deflation, also einer Spirale stetig sinkender Wirtschaftsleistung und sinkender Preise aus. Gleichzeitig rechnen die Experten aber damit, dass nach dem Ende der Wirtschaftskrise aufgrund der hohen Staatsverschuldung und der großen Geldumlaufsummen eine Inflation droht.

 

Die Auswirkungen einer Inflation

Die Auswirkungen der Inflation zeigen sich in erster Linie an stetig steigenden Preisen. Diese Preissteigerungen sind dabei in nahezu allen Branchen zu erkennen, so bei Lebensmitteln, Kraftstoffen und Heizkosten. Idealerweise erhöhen sich bei einer Inflation gleichzeitig die Löhne, so dass die Preissteigerungen durch höhere Nettoeinkommen kompensiert werden können.

Im Normalfall halten sich Preissteigerungen und Lohnerhöhungen die Waage. Allerdings mussten viele Arbeitnehmer in den letzten Jahren, vornehmlich zwischen 2003-2008, auf Lohnerhöhungen verzichten. Die Firmen begründeten dies mit Kosteneinsparungen, um auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Inflation, die in diesen Jahren trotz dessen vorhanden war, konnte so nur schwer kompensiert werden, was zu realen Lohnkürzungen geführt hat.

Gleiches gilt für das im Raum stehende Risiko der Hyperinflation, welches von einigen Experten vorhergesehen wird. Auch hier steigen die Preise, allerdings in deutlich höherem Maße und wesentlich schneller, als bei einer "natürlichen" Inflation. Deutschland musste die Hyperinflation in den 1930er Jahren erleben, als viele Menschen kaum genug Essen kaufen konnten, da ihr verdientes Geld vom Vormittag schon am Abend nichts mehr wert war. Das Risiko einer Hyperinflation ist heute jedoch sehr gering.

Doch nicht nur auf Verbraucher wirkt sich die Inflation aus, auch Anleger sind hiervon betroffen. Sind die Werte von Aktiengesellschaften aufgrund der dahinter stehenden Immobilienanlagen nahezu inflationssicher, kommen Anleger festverzinslicher Papiere, Tages- und Festgeldkonten deutlich schlechter weg. Ihre Rendite ergibt sich nämlich aus dem Zinsertrag abzüglich der vorhandenen Inflationsrate. Ein Ertrag von 500 Euro ist bei einer Inflation von 2,0% somit natürlich deutlich mehr Wert als bei einer Inflation von 3,0%.

Im Gegensatz dazu kann die Inflation aber auch etwas Positives haben. Kreditnehmer nämlich profitieren von der Geldentwertung bei einer Inflation. Obwohl die Immobilie selbst im Zuge der Inflation an Wert gewinnt, kann das aufgenommene Darlehen mit "billigerem" Geld zurückgezahlt werden.

Weiterführende Links zum Thema Inflation

http://www.bundesbank.de/download/bildung/bildung_preisstab_schueler.pdf

http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20081208084637AAOcY0R

http://www.juergen-paetzold.de/Begriffe/Inflation.html