Indexfonds
Indexfonds werden bei Anlegern im Investmentbereich immer beliebter. Der Grund hierfür ist nicht nur deren höhere Transparenz im Vergleich zu klassischen Investmentfonds, auch die Sicherheit, die Stabilität und letztendlich die geringeren Kosten überzeugen. Immer mehr Anleger, die im langfristigen Bereich investieren wollen, greifen daher zu den Indexfonds, die auch als ETF bezeichnet werden.
Indexfonds im Vergleich zu herkömmlichen Investmentfonds
Investmentfonds investieren das Geld ihrer Anleger in Wertpapiere, die sich in erster Linie nach dem Anlageziel und der Fondsstruktur richten. So kann ein Fondsmanager, dessen Investmentfonds sich auf europäische Aktienwerte spezialisiert hat, in diesem Bereich frei wählen, welche Werte er ins Portfolio aufnimmt. Somit ist die Wertentwicklung des Fonds stark an den Qualitäten und Entscheidungen des Fondsmanagers gekoppelt. Je nachdem, wie sich die Aktienmärkte entwickeln, kann er in große Standardwerte, den Blue Chips, investieren, oder aber kleinere Nebenwerte aufnehmen. Somit ist es unter Umständen möglich, die großen Aktienindizes in ihrer Rendite zu schlagen und eine Outperformance zu erzielen. Statistiken zeigen jedoch, dass eine Outperformance nur in seltenen Fällen tatsächlich erzielt werden kann.
Demgegenüber investieren Indexfonds eher passiv. Sie bilden einen vorbenannten Index nahezu 1:1 ab, Raum für Entscheidungen des Fondsmanagers bleibt da kaum. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Anleger Fondsmanagern misstrauen, sind Indexfonds eine wirkliche Alternative zu anderen Investmentfonds. Während der Laufzeit eines Indexfonds müssen Fondsmanager keine oder nur sehr geringe Anpassungen der Zusammensetzung vornehmen, was den Aufwand für die Verwaltung stark reduziert.
Eine 100%ige Übereinstimmung mit dem zugrunde liegenden Index kann jedoch nicht erzielt werden. Dies liegt zum Beispiel darin begründet, dass eine einzige Aktie 10% des Fondsvermögens nicht überschreiten darf. Hat eine Aktie jedoch einen höheren Anteil am Index, entstehen unter Umständen Differenzen. Trotz dessen bieten Indexfonds eine hohe Transparenz, denn Anleger wissen immer genau, in welchen Werten sie investiert sind.
Je nach Anlageziel bildet der ETF entweder den DAX, den Dow Jones Euro Stoxx oder aber den Nikkei Index ab. Auch andere Indizes sind grundsätzlich möglich. Diese Fonds haben zwar nicht den Anspruch, besser als der Markt zu sein, denn die Zusammensetzung des Fonds richtet sich sehr stark an der Zusammensetzung des Index. Dennoch sind sie für den langfristigen Vermögensaufbau gut geeignet.
Die Vorteile der Indexfonds
Wichtigster Vorteil der Indexfonds sind die mit dem Kauf und der Verwaltung in Verbindung stehenden Kosten. Für einen Investmentfonds müssen Anleger je nach Anlageziel bis zu 5,75% Ausgabeaufschlag bezahlen. ETF´s hingegen können direkt an der Börse gekauft werden, außer den üblichen Handelsgebühren fallen dann keine weiteren Kosten ein. Je nach Anlagesumme kann sich somit eine erheblich geringere Belastung ergeben, die sich auch positiv auf die Rendite auswirkt. Gleiches gilt für die jährlichen Management- und Verwaltungsgebühren. Diese liegen bei Indexfonds zwischen 0,15-0,34, im Gegensatz dazu betragen sie bei Investmentfonds bis zu 1,9% betragen.
Die Kostenvorteile bei ETF´s wirken sich nicht nur bei mehrmaligen Umschichtungen des Depots aus, sondern auch dann, wenn die Fonds langfristig gehalten werden.
Neben den Kostenvorteilen bieten ETF´s auch Risikovorteile gegenüber der Anlage in Einzelaktien. Ebenso wie Fonds und Zertifikate bieten sie eine breite Streuung der verschiedenen Wertpapiere, so dass das Risiko begrenzt werden kann.
Dennoch können natürlich Kursverluste auftreten, die bei der Risikoeinstellung beachtet werden müssen.
Anders als vergleichbare Indexzertifikate, die sich ebenfalls am zugrunde liegenden Index orientieren, ist das Vermögen in Indexfonds jedoch Sondervermögen. Bei einer Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft bliebe das Vermögen bestehen. Demgegenüber droht der Totalverlust des Zertifikates, wenn die emittierende Bank insolvent wäre (siehe Lehmann Brothers).
Die verschiedenen Arten der Indexfonds
Indexfonds können sehr verschieden gestaltet werden. So kann jeder Anleger, je nach Risiko- und Renditeeinstellung, befriedigt werden. Klassische ETF´s investieren in die größeren Indizes wie den Dow Jones oder den DAX. Doch die Möglichkeiten der Indexfonds sind noch viel größer. So sind beispielsweise Branchen- und Regionenfonds ebenso beliebt wie ETF´s auf Basis von Rohstoff- oder Immobilienindizes.
Weiterhin bieten Fondsgesellschaften mittlerweile auch Indexfonds an, die auf einem eigenen, selbst konstruierten Index basieren. So ist eine spezielle Anlagestrategie möglich, bei der die Festsetzung der Aktien nach bestimmten, vorher festgelegten Mustern erfolgt. Diese Indexfonds sind oftmals auch unter dem Begriff „intelligente ETF´s“ zu finden.
Die zahlreichen verschiedenen ETF´s bieten Anlegern somit die Möglichkeit, ihr Depot zu diversifizieren und auf die jeweiligen Entwicklungen an den weltweiten Märkten anzupassen. Durch den Kauf von Asien-ETF´s und den Verkauf von ETF´s der Finanzbranche können Anleger wie professionelle Fondsmanager arbeiten.
Weiterführende Links zum Thema ETF´s und Indexfonds
http://de.wikipedia.org/wiki/Indexfonds
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,540124,00.html
http://etf.onvista.de/indexfonds.html
http://www.handelsblatt.com/finanzen/fondsnachrichten/indexfonds-chancen...