Ratgeber Lexikon

Finanzfragen gehören zur Allgemeinbildung

Eine interessante Studie der comdirect Bank zum Tabuthema Geld, zu der 1060 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt wurden, belegt, was das Sprichwort „Bei Geld hört die Freundschaft auf“ sagt.

 

Gerade einmal vier Prozent aller Deutschen sprechen mit Freunden oder Kollegen über private Geldangelegenheiten. Es kam auch zu Tage, dass nur 50 Prozent der Befragten ihr Wissen um das Thema Finanzen mit guten oder sehr guten Schulnoten bewerten würde.

 

Finanzfragen gehören zur Allgemeinbildung

 

Das belegt wieder einmal das, was Experten schon lange anmahnen. Über das Thema Geld, der Umgang damit und die Altersvorsorge muss öffentlich geredet werden, angefangen im Elternhaus, über die Schule und in der Ausbildung. Heute hat ein großer Teil der Deutschen und dazu zählen erschreckender Weise auch viele junge Leute, keine Ahnung von wichtigen wirtschaftlichen Zusammenhängen, kann Standardbegriffe aus dem Finanzbereich nicht definieren und hat auch keinen Plan für die eigene finanzielle Zukunft.

Rund die Hälfte der Befragten äußerte sich verärgert über die Finanzkrise, immer 38 Prozent gaben zu, etwas verunsichert zu sein, aber nur 20 Prozent bekannten, dass sie persönliche Konsequenzen gezogen haben.

 

Geld an Freunde verleihen

 

Ein weiteres und sehr interessantes Ergebnis im Zusammenhang mit der Studie der comdirect Bank ist, dass 30 Prozent der Deutschen nicht bereit sind, ihr Geld zu verleihen, nicht einmal unter Freunden. Etwa 60 Prozent würden allerdings Freunden in Notsituationen helfen, dabei aber Bedingungen stellen. Man könnte anderes vermuten, wenn man den Erfolg der Plattform smava sieht, wo sich fremde Menschen untereinander Geld leihen.

 

Von denen, die laut der Studie seinen Freunden mit Geld aushelfen würden, wollen immerhin 84 Prozent den Verwendungszweck wissen. Besonders gern kommt die Finanzhilfe, wenn es darum geht, Arztkosten oder Kosten eines Rechtsstreites zu bezahlen. Zum Begleichen von Spielschulden oder für Schönheitsoperationen und Urlaubsreisen würde kaum einer sein Geld verborgen. 66 Prozent derjenigen, die ihr Geld an Freunde verleihen würden, erwarten, dass der geliehene Betrag schriftlich bestätigt wird, nur einem Drittel würden mündliche Absprachen genügen.