Das Sparbuch der Deutschen liebstes Kind
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken ergab, dass die meisten Bayern sich bei der Geldanlage für das Sparbuch oder andere sichere Geldanlagen entscheiden. Lediglich drei Prozent besitzen Aktien.
Die Ergebnisse dieser Umfrage spiegeln den allgemeinen Trend in Deutschland wieder. Immerhin haben 44 Prozent der Befragten ihre Ersparnisse auf einem Sparbuch, auf Tagesgeld- und/oder Festgeldkonten, obwohl das Geld bei diesen Anlageformen derzeit wenig Zinsen abwirft.
Interessant ist auch die Aussage von mehr als der Hälfte der Befragten Menschen in der Altersgruppe zwischen 18 und 34 Jahren, die keine Möglichkeit haben, privat vorzusorgen, weil das verfügbare Einkommen nicht ausreicht. Überhaupt sparen mit 42 Prozent nicht einmal die Hälfte der Befragten regelmäßig, 37 Prozent gaben an, nur gelegentlich Geld auf die hohe Kante zu legen. Nur etwa fünf Prozent der 1.800 Befragten sind in der Lage jährlich 5.000 Euro oder mehr zu sparen. Wer heute nicht in der Lage ist zu sparen, für den kann im Alter ein Problem entstehen, wenn die gesetzliche Rente nicht ausreicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Im Alter arm zu sein, davor fürchten sich viele und legen allein deshalb etwas Geld zurück.
Sparen in der Wirtschaftskrise
Wegen der Wirtschaftskrise und der zunehmenden Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes legen die Deutschen wieder etwas mehr Geld zurück. Im ersten Quartal des Jahres 2009 stiegen die Spareinlagen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Milliarden Euro auf insgesamt 52 Milliarden Euro an, berichtet die Deutsche Bundesbank in Frankfurt. Damit stieg die Sparquote von 11,3 auf 11,7 Prozent. Dabei hat auch das Vertrauen der Deutschen in die Banken wieder zugenommen, deutlich weniger Menschen horten ihr Geld zuhause, wie das nach der Lehman Pleite im vergangenen Jahr der Fall war. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres haben die Deutschen vermehrt Geld von den Banken abgehoben und hatten hohe Bargeldbestände zuhause. Ein großer Teil dieses Geldes liegt inzwischen wieder bei den Banken. Wer bei der Geldanlage auf Nummer Sicher gehen will, sollte aber keinesfalls zu einem Sparbuch greifen, sondern zu Tagesgeld.
Das Bedürfnis nach Sicherheit und Aufklärung hat deutlich zugenommen, wer sein Geld heute zur Bank bringt, informiert sich genau über die Höhe der Einlagensicherung.
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