Ratgeber Lexikon

Die hängenden Gärten der Semiramis

Die Schilderung üppig blühender Gärten mitten in der Wüste haben wohl seit jeher die Orientphantasien abendländischer Menschen angeregt, und so gehören die Hängenden Gärten der Semiramis zu den geheimnisvollsten und faszinierendsten der sieben antiken Weltwunder.

Sie sollen von König Nebukadnezar II. für seine Frau Amytis gebaut worden sein. Amytis war eine medische Prinzessin, die sich in der wüstenähnlichen babylonischen Landschaft nach dem Grün ihrer persischen Heimat sehnte.

 

Die Gärten

Den Beschreibungen nach waren sie in sieben Terrassen angelegt, von denen jede einen Garten für sich bildete. Die Mauern waren so stabil gebaut, dass sogar Bäume angepflanzt werden konnten. Nebukadnezar beauftragte seine Soldaten, unbekannte Pflanzen von ihren Feldzügen mitzubringen. So entwickelten sich die Gärten allmählich zu einer großen Pflanzensammlung mit einer Vielzahl exotischer Gewächse.

Durch ein gut durchdachtes Bewässerungssystem wurde der Terrassenbau mit dem Wasser des vorbeifließenden Euphrat versorgt. Besonders im Sommer, wenn es bis zu 50° heiß wurde, waren Sklaven ununterbrochen damit beschäftigt, Wasser in die Bewässerungsgräben zu pumpen.

 

Ausgrabungen

Von den sieben antiken Weltwundern sind die Hängenden Gärten am wenigsten erforscht.
Der deutsche Archäologe Robert Koldewey fand bei Ausgrabungen in Babylon gegen Ende des 19. Jahrhunderts Gewölbeanlagen und Brunnenüberreste, die zu den berühmten Gärten gehört haben könnten. Wissenschaftlich überzeugende Belege gibt es aber bis heute nicht dafür.

 

Erbauer

Semiramis wird erst seit der Neuzeit mit den Hängenden Gärten in Verbindung gebracht. Berichte über sie entstammen den Schriften antiker griechischer Historiker. Sie wird dort als Königin von Babylonien und Gründerin der Stadt Babylon genannt. Es wird sehr viel Widersprüchliches und Märchenhaftes über sie berichtet, so dass es schwer ist, historische Fakten und Mythologie auseinander zu halten.

Gelebt haben soll sie etwa 800 Jahre vor Christi. Die meisten Wissenschaftlicher sind sich einig, dass Nebukadnezar II., der 200 Jahre später gelebt hat, die Gärten anlegen ließ. Es gibt aber auch Archäologen, die bezweifeln, dass sie überhaupt je existiert haben.